Das Schlerngebiet verfügt über ein kompaktes Vereinswesen, was sich auch immer wieder bei der Abwicklung von Großveranstaltungen vor Ort zeigt. Unlängst fand nun ein sehr gut besuchter Infoabend rund um die Neuerungen und die Aussichten für das kommende Jahr 2027 im Kulturheim Seis statt. Auf Einladung der Bürgermeisterin von Kastelruth, Cristina Pallanch hatten sich unzählige Vereinsfunktionäre eingefunden, um sich ein Bild von der aktuellen Entwicklung rund um das Nationale Register “Runts” und den Stand beim neuen Landesregister, zu machen. Sage und schreibe 30 Vereine haben sich in den letzten Jahren an die Reform des Dritten Sektors angepasst, und können nun demnach von den Steuervorteilen, die der Gesetzgeber einräumt, profitieren. Es gibt jedoch zudem einige Vereine, die richtigerweise den Sprung in den Dritten Sektor vermeiden, nicht zuletzt, weil die fiskalischen Benefits für diese Strukturen durch eine Anpassung an die neuen staatlichen Bestimmungen unattraktiv und ihre Aktivitäten limitiert sind.

Der Direktor des Dienstleistungszentrums für das Ehrenamt Südtirol Ulrich Seitz erteilte Ratschläge wie unliebsame Fehler und Nachteile für die Organisationen vermieden werden können, beispielsweise durch klare Dokumentierung dessen, was im Vereinsvorstand und in der Mitgliederversammlung beschlossen wird. Auch sollte verstärkt ein Auge auf das Vereinsleben, abseits von Festen und Veranstaltungen gelegt werden. Es zeigt sich nämlich immer wieder, dass das gemeinsame Reflektieren sowie Analysieren grundlegend sind, auch um neue Freiwillige für die eigene Tätigkeit zu gewinnen. Der Steuerexperte im DZE Südtirol, Thomas Girotto zeigte sehr anschaulich auf, was bei Festen und Veranstaltungen berücksichtigt werden sollte, damit so gut als möglich, die vom Staat erlaubten Steuerbefreiungen Anwendung finden. Grundlegend für viele Realitäten in diesem Zusammenhang ist und bleibt, dass sehr wohl kommerzielle Leistungen angeboten werden dürfen, und auf jeden Fall bei Events mit Musik die Auflagen der Agentur für Einnahmen und der Gesellschaft für Autoren und Verleger “SIAE” eingebunden werden müssen. Die wichtigsten Fehlerquellen betreffen die vier großen Bereiche eines Vereins:

  • Ideeller Bereich: Einnahmen außerhalb des Satzungszwecks falsch zugeordnet.
  • Falsche Deklaration von Einkünften
  • Fehlende Belege
  • Nichtsystematische Erstellen von Sonderausgaben

Um den Vereinen mehr Sicherheit zu garantieren, startet hierfür ein spezifischer Kurs des DZE Südtirol für alle Interessierte in Präsenz und online am 17.11.2026, mit dem Ziel, diese Fehler frühzeitig zu erkennen, um steuerliche Vorteile zu nutzen und rechtliche Konsequenzen zu vermeiden. Anmeldungen ab sofort über info@dze-csv.it

Im Bild: Steuerexperte des DZE Südtirol Thomas Girotto, Bürgermeisterin von Kastelruth Cristina Pallanch und DZE Direktor Ulrich Seitz