Wie ist derzeit die Stimmung bei Südtirols Vereinen? Eine aktuelle Bestandsaufnahme aus Natz Schabs.
Wie ist derzeit die Stimmung bei Südtirols Vereinen? Eine aktuelle Bestandsaufnahme aus Natz Schabs.
Auf Einladung des Bürgermeisters von Natz-Schabs, Alexander Überbacher und von Gemeindereferent Helmut Plaickner hat vor Kurzem ein äußerst gut besuchter Informationsabend in der Eisacktaler Ortschaft zum Thema Ehrenamt und Vereinswelt, stattgefunden. Obwohl nur knapp 3.500 Einwohner stark, überstahlt das Engagement der rührigen Vereinslandschaft die Gemeinschaft in Natz-Schabs. Tatsächlich sind es bereits 17 Organisationen, die sich an die Reform des Dritten Sektors und 3 Amateursportvereine an jene des Sports, angepasst haben. Weitere 5 Vereine sind aktuell in der Phase der Umwandlung, um in den Genuss steuerlicher Benefits zu kommen. Die zwei geladenen Referenten des Dienstleistungszentrums für das Ehrenamt Südtirol, Direktor Ulrich Seitz und Steuerexperte Thomas Girotto legten in ihren Ausführungen den Schwerpunkt auf einige maßgebliche Aspekte. Im Jahr 2026 sind die Vereine und Organisationen des Dritten Sektors in Südtirol nämlich weiterhin mit einer Mischung aus Anpassungsdruck durch die nationale Reform, finanziellen Unsicherheiten und dem klassischen Problem des Ehrenamtsmangels konfrontiert. Zudem warten viele auf das Inkrafttreten des Neuen Landesregisters, das jedoch nur bedingt Handlungsspielraum bieten wird. Besonders die neuen Mehrwertsteuerregelungen, die für einige Situationen seit 2026 greifen, sorgen für Beratungsbedarf. In diesem Zusammenhang hat sich das DZE Südtirol bereit erklärt, spezifische Sachfragen rund um die Honorierung von bestimmten Tätigkeiten im kulturellen Bereich, nochmals näher mit den Vereinsvertretern vor Ort zu vertiefen und ihnen Sicherheit bei der Ausführung ihrer Tätigkeiten zu gewährleisten. Ulrich Seitz und Thomas Girotto gingen auf die bürokratischen Vorgaben im Rahmen der Umsetzung der Reform des Dritten Sektors ein, und erläuterten die steuerlichen Vorteile anhand konkreter Beispiele wie bei Festen und Veranstaltungen, die mit Hilfe von Gönnern aus der Wirtschaft oder Privatpersonen umgesetzt werden. Eine Herkulesaufgabe für viele Betroffene ist und bleibt die Digitalisierung. Hierzu stellte das DZE seine kostenlosen Hilfestellungen bei der Aktivierung erforderlicher Schritte vor, die für Interessierte jederzeit abrufbar und unterstützend sind. Das gilt ebenso für die Meldungen, die über die Gesellschaft für Autorenrechte SIAE notwendig sind. Immer öfters stellen aber Unsicherheiten finanzieller Natur und Liquidität eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar, denn trotz Förderungen durch das Land gibt es Sorgen bezüglich verspäteter Auszahlungen von Fördergeldern, was zu Liquiditätsproblemen führen kann. Zudem fordern Sozialorganisationen eine Anpassung an die Inflation und höhere Löhne für die angestellte Mitarbeiterschaft. Schließlich stellt man in Südtirol, wenn auch nicht in jenem Maße wie im benachbarten Ausland oder auf dem restlichen Staatsgebiet fest, dass Vereine immer öfters mit dem Problem des “Überalterns” oder dem Fehlen von ehrenamtlichen Mitarbeitern kämpfen, was längerfristig zur Einstellung gewisser Tätigkeiten in den Vereinen führen kann. Hier möchte das DZE Südtirol mit einer konkreten praktischen Palette an neuen Leistungen im Jahre 2026 gegensteuern.
Im Foto von links nach rechts:
Bürgermeister Natz-Schabs, Alexander Überbacher, DZE Steuerexperte Thomas Girotto, DZE Direktor Ulrich Seitz und Gemeindereferent Natz-Schabs, Helmut Plaickner.
