Das Dienstleistungszentrum für das Ehrenamt Südtirol zieht Bilanz über ein sehr ereignisreiches und arbeitsintensives Jahr 2023. Dabei fällt auf, dass nicht nur die neuen Regeln rund um den Dritten Sektor für rund 2.300 Vereine Südtirols definitiv zum Tragen kamen, sondern ebenso andere Herausforderungen, wie die Digitalisierung etwa oder die Verzögerungen bei der Auszahlung von Beiträgen, viele Körperschaften im Lande vor erhebliche Schwierigkeiten stellen.

Und dieser Trend, hält ungehindert auch im laufenden Jahr an. Während in den Jahren 2020 bis 2022 die Hilfestellungen bei Anpassungen der Satzungen im Vordergrund der Tätigkeit des DZE Südtirol standen, haben nun die Bedürfnisse in anderen Bereichen stark zugelegt. Es gilt auch zu betonen, dass das DZE Südtirol wie kein anderes Dienstleistungszentrum in Italien in kurzer Zeit gewachsen ist.

Die Erfolgsgeschichte startet mit 28 Gründungsmitgliedern im Jahre 2019 und erreichte kontinuierlich neue Höchstwerte an Mitgliedern bis zum nunmehrigen Stand von 428 Mitgliederorganisationen zum 31.12.2023. Tatsache ist weiterhin, dass satte 1.058 Stunden Arbeit im Jahre 2023 für Abänderungen an Vereinsstatuten zu Buche schlagen, die Aktivierung der digitalen Dienste, wie SPID und Digitale Unterschrift für die gesetzlichen Vertreter oder auch die Erstellung der zertifizierten Mailadresse, kurz PEC genannt, beeindruckenden Arbeitsaufwand hervorbringt. Es handelt sich hierbei um sage und schreibe 1.819 Arbeitsstunden, die hierfür im Jahre 2023 vom DZE Team geleistet wurden.

Zudem sind hier sämtliche Serviceleistungen enthalten, die für die Obleute wichtig sind, um bei Stichprobenkontrollen des Landes bei der Beitragsgewährung die entsprechenden steuerlichen Unterlagen vorzulegen. Interessant sind zudem andere Umstände, wie beispielsweise, dass trotz intensiver Schulungen in der Buchhaltung während der vergangenen Jahre, der Druck auf das Dienstleistungszentrum für das Ehrenamt in diesem Zusammenhang weiterhin erheblich bleibt.

In weit über 800 Arbeitsstunden, wurden mit den Klienten die Jahresabschlüsse vorbereitet sowie die Hinterlegung der Bilanzen im dafür vorgesehenen nationalen Register erledigt. Der Direktor des DZE Südtirol Ulrich Seitz erinnert daran, dass im Jahre 2023, insgesamt 81 neue Vereine auf den Sprung in den so genannten 3. Sektor begleitet wurden, erstmalig aber auch seit einigen Jahren wieder einige Vereine ihre Tätigkeiten einstellen mussten, jedoch von den 17 betroffenen Organisationen, nur deren 5 aufgrund nicht überwindbarer Hürden administrativer Natur, der Großteil wegen anderer Gründe, hauptsächlich Todesfällen oder schweren Erkrankungen in den Vorständen, die ein Weitermachen nicht mehr zulassen. Ein weiterer Grund in 5 Fällen war aber auch, dass sich ein Verein deshalb aufgelöst hat, um für das Genossenschaftsmodell zu optieren.

Durch die sich seit kurzem durch die entsprechende Durchführungsbestimmung des Staates ergebende Möglichkeit, doch noch neben dem nationalen Register ein Landesregister einzurichten, eröffnet neue Hoffnungen für Verbesserungen im Bürokratieabbau, aber vor allem auch neue Wege zu ebnen, um die Freude am ehrenamtlichen Engagement längerfristig zu festigen. Diesbezüglich, so DZE-Präsident Sergio Bonagura wird sich der interne Expertenpool stark einbringen um der Landesregierung klare Vorschläge für eine Besserstellung der derzeitigen Situation zu unterbreiten. Ziel ist es auf jeden Fall einen Gesetzestext auf den Weg zu bringen, der nicht von den zuständigen Stellen angefochten wird. Während die Beratungsaktivität im DZE Südtirol die tragende Säule in der Ausrichtung aller Bemühungen bleibt, freut sich die Vizepräsidentin des DZE, Vanessa Macchia überaus, dass die Fort- und Weiterbildungsschiene in genannten Südtiroler Kompetenzzentrum für Vereine in den letzten 2 Jahren wirklich positiv entwickelt hat.

Großen Anklang fanden dabei besonders die rund 30 Schulungsabende mit Webinars zu unterschiedlichen Aspekten in der Vereinsführung, die Schulungsreihe „Südtiroler Profis im Ehrenamt“ mit 80 Teilnehmern und schließlich die Initiative „Weibliche Führungskräfte im Dritten Sektor“, die mit der Diplomübergabe an 40 Vertreterinnen verschiedenster Körperschaften am Internationalen Tag der Frau am 08.03.2024 endete.

Und das Gute daran: sämtliche Projekte werden auch 2024 weitergeführt beziehungsweise neu aufgelegt. Bei der Ordentlichen Mitgliederversammlung wurden nicht nur der Haushaltsabschluss 2023 sowie die Sozialbilanz genehmigt, sondern auch die neue Satzung des DZE gutgeheißen. Zudem wurde auf die wichtigsten Termine und Neuigkeiten, die für die Vereinswelt in den kommenden Monaten anstehen, hingewiesen. Aktuelle Termine sind dabei ein Infoabend zu Autorenrechten und Autorengebühren am 22.04.2024 um 18.30, um die Vereine gut für die Abwicklung von Festen und Veranstaltungen jeglicher Natur zu wappnen, sowie ein Seminar am 30.04.2024 im Zeichen des „Team Building“ um die Beziehungen zwischen festen Mitarbeitern und Freiwilligen in den Vereinen zu stärken. Anmeldungen zu den kostenlosen Angeboten über info@dze-csv.it

 

Im Foto von links nach rechts:

Pepi Fauster (Verband Südtiroler Musikkapellen), Konrad Bergmeister (Präsident Stiftung Sparkasse), Daniela Höller (Kinder- und Jugendanwältin), Ivo Bonamico (Direktor Landesrettungsverein Weißes Kreuz), Landesrätin Rosmarie Pamer, Sergio Bonagura (Präsident DZE), Landesrätin Ulli Mair, Thomas Girotto (Steuerexperte DZE), Luisa Gnecchi (Vorstandsmitglied DZE), Giorgio Casagranda (Präsident CSV Trentino), Vanessa Macchia (DZE Vizepräsidentin), Hannes Pircher (Rechnungsprüfer DZE), Ulrich Seitz (Direktor DZE),