Im Rahmen eines kürzlich stattgefundenen Treffens zwischen dem Bürgermeister der Gemeinde Bozen, Claudio Corrarati und dem Direktor des Dienstleistungszentrums für das Ehrenamt Südtirol Ulrich Seitz, der unter anderem auch als Beauftragter des Bürgermeisters im Ehrenamt für die Belange der Menschen mit Behinderung fungiert, wurde auf die Notwendigkeit einer intensiven Zusammenarbeit zwischen der Öffentlichen Hand und der Vereinswelt hingewiesen.

Im Hinblick auf den bevorstehenden Internationalen Tag der Arbeit am 1. Mai erinnert Bürgermeister Corrarati, dass in Bozen rund 4.500 Menschen als Fixangestellte und Freiberufler in den verschiedenen Organisationsformen des Dritten Sektors und darüber hinaus tätig sind. Davon verfügen rund 60 Prozent eine fundierte Ausbildung (Abitur oder Doktorat). Das Durchschnittsalter der Betroffenen liegt bei ca. 45 Jahren und mehrheitlich sind es Männer. Nur rund 35% der Führungspositionen der Vereine in der Gemeinde Bozen werden von Frauen besetzt.

Er dankt diesen Personen für ihren täglichen Einsatz, da sie sehr oft dort aktiv sind, wo die Dienste der Öffentlichen Verwaltung aufgrund fehlender Personalressourcen oder mangelnder Erfahrung, nicht hinkommen und daher ein Vakuum schließen. Corrarati unterstreicht, dass ohne die Vereine schlichtweg vieles nicht möglich sei.

Ulrich Seitz betont, dass viele Vereine, die gleichzeitig auch Arbeitgeber sind, immer öfters Schwierigkeiten bekunden, sowohl die Pflichten und Rechte der Arbeitgeber als auch die der ArbeitnehmerInnen in ihrer Komplexität ohne fachliche Unterstützung, zu verfolgen. Deswegen ist sinnvoll, dass die Gemeinden des Landes, in enger Abstimmung mit dem Dienstleistungszentrum für das Ehrenamt, Vorstände, die in ihrer Aufgabe als Arbeitgeber nicht selten nur ungenügend vorbereitet sind, zu schulen, zu beraten und ihnen die entsprechenden Hilfestellungen zu garantieren. Diesbezüglich steht nun das neue Projekt “Welfare Manager” mit verschiedenen kostenlosen Expertenleistungen in Form eines niederschwelligen Schalterangebots, das auf individuelle Anliegen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer eingeht, an, das am 28.05.2026 im Repräsentationssaal der Gemeinde Bozen um 16 Uhr allen Interessierten vorgestellt wird. Einschreibungen hierfür sind ab sofort über osservatorio@comune.bolzano.it oder telefonisch über 3285672127 möglich.

In der Welt des Vereinsmanagements treffen also diverse Herausforderungen aufeinander, die insbesondere kleine und mittelständische Vereine betreffen. Eine zentrale Rolle spielen dabei finanzielle Beschränkungen sowie der zunehmende Fachkräftemangel. Diese Hindernisse erfordern von der Vereinsführung ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit und innovativen Ansätzen im Personalwesen für Vereine. Und hier müssen wir gemeinsam ansetzen, so Corrarati und Seitz, denn der Dritte Sektor stellt für den Arbeitsmarkt, nicht nur in der Landeshauptstadt einen unverzichtbaren Wert für die Aufrechterhaltung unzähliger Angebote für die Bevölkerung dar.

Im Bild Claudio Corrarati und Ulrich Seitz