In den letzten Wochen ist eine bewegte Diskussion in der Öffentlichkeit darüber entfacht, ob die Gehälter der Bediensteten in der Privatwirtschaft im Hinblick auf die erhebliche Anpassung der Löhne im Öffentlichen Bereich, ebenso entsprechend erhöht werden sollten. Dabei wurde ein Bereich, so der Präsident des Dienstleistungszentrum für das Ehrenamt Südtirol, Sergio Bonagura in der allgemeinen Debatte, schlichtweg vergessen! Tatsache ist nämlich, so Bonagura weiter, dass in Südtirol rund 9000 Menschen ein fixes Arbeitsverhältnis mit Strukturen in der Vereinswelt aufweisen und zusätzlich rund 3000 Personen als Freiberufler oder auch über atypische Arbeitsverträge eine sehr enge Beziehung, meistens auf Honorarbasis mit den zitierten Organisationen, aufrecht erhalten. Der Vorstoß ist nun deswegen wichtig, da die Gefahr der Abwanderung von Mitarbeitern aus dem sogenannten Dritten Sektor, ganz besonders hoch eingeschätzt werden muss, da die neuen Arbeitszeiten (36 Stunden Woche im Vergleich mit jener von 40 Stunden, wie üblich bei Vollzeittätigkeit in den Vereinen), und die so genannten Benefits einschließlich attraktiver Entlohnung aufgrund der letzthin erfolgten Verbesserung in der Öffentlichen Verwaltung für viele Arbeitnehmer sehr verlockend sind. Es wird daran erinnert, so DZE-Direktor Ulrich Seitz, dass die Abwanderungsgefahr aus den Vereinen in andere Sektoren spürbar ist. Diese lässt sich auf die Unattraktivität des Kollektivvertrages im Handel zurückführen, der vom Großteil der Vereine im Lande für seine Mitarbeiterschaft angewandt wird. In erster Linie sind es die Arbeitszeiten und die geringen Karrierechancen, sowie die fehlende Möglichkeit, Familie, Beruf und Freizeit unter einen Hut zu bringen, die in diesem Zusammenhang offensichtlich wird. Was die Fort- und Weiterbildung angeht, führt die Vizepräsidentin des DZE Südtirol, Vanessa Macchia zudem an, dass auch diesbezüglich nachgebessert werden muss. Der Grund: Durch die nicht immer optimalen Rahmenbedingungen mit langen Arbeitszeiten ist die Bereitschaft, sich an externen Schulungsmaßnahmen zu beteiligen, in den letzten Jahren mit durchschnittlich 1,25 Arbeitstagen im Jahr, rückläufig.

Das Dienstleistungszentrum für das Ehrenamt Südtirol ist derzeit mit seinem Expertenpool damit beschäftigt, praktisch und finanziell umsetzbare Vorschläge für die Besserstellung der Bediensteten im Dritten Sektor, die mit den Sozialpartnern sowie der Landesregierung diskutiert werden müssen, auf den Weg zu bringen.

Im Bild von links nach rechts:

Direktor Ulrich Seitz, Präsident Kontrollorgan Armin Hilpold, vorne weiters Vorstandsmitglieder Hanspeter Staffler, Luisa Gnecchi, Vizepräsidentin Vanessa Macchia, Vorstandsmitglieder Esther Degasperi und Ivo Bonamico

Hinten: Vorstandsmitglied Thomas Tiefenbrunner, Präsident DZE Sergio Bonagura und Vorstandsmitglieder Egon Zemmer und Pepi Ploner